Seit seiner
Gründung entfaltete das Institut eine rege Forschungs- und
Dokumentationstätigkeit hinsichtlich des derzeitigen Prozesses
der bürgerlichen Erneuerung in Sizilien, und die gesammelten
Daten wurden dann dazu verwendet, auf internationaler Ebene die
Kenntnis der maßgeblichen Prinzipien, der anzuwendenden
Strategien und der Resultate, die nach Inangriffnahme der Initiativen
auf diesem Gebiet von den verschiedenen Komponenten der bürgerlichen
Gesellschaft der Insel erzielt wurden, zu verbreiten.
Diese Verbreitung wurde hauptsächlich durch zwei
Publikationen in die Tat umgesetzt, die vom Institut abgefasst,
gedruckt und weltweit an Regierungsvertretungen, Verbände und
öffentliche Organe, Stiftungen, Bürgervereine, religiöse
und erzieherisch tätige Vereine und an die Medien verteilt
wurden, ebenso an einzelne Pädagogen, Politiker,
ewerkschafter und andere Führungspersönlichkeiten
der bürgerlichen Gesellschaft vieler ausländischer Staaten,
welche sich für das Thema der Förderung von
Legalitätskultur interessierten.
Die erste Publikation wurde im Februar 2000 auf 34
Seiten in zwei Auflagen (pro Auflage 16000 Kopien) herausgegeben und
verteilt (eine auf Italienisch mit dem Titel „Il Rinascimento
di Palermo: Fatti e opinioni“, die andere auf Englisch mit dem
Titel „The Palermo Renaissance: A Real-life Civics Course“)
und dann neu bearbeitet im Oktober 2000 nachgedruckt.
Die zweite Publikation in zwei Auflagen auf je 70 Seiten
wurde seit Dezember 2000 in mehr als 5000 Kopien herausgegeben und
verteilt (der Titel auf Italienisch lautet „Per una cultura di
legalità: il Rinascimento di Palermo“ und auf Englisch:
„Creating a Culture of Lawfulness: The Palermo, Sicily
Renaissance“).
Der
Inhalt dieser Publikation und weiterführende
Informationen wurden darüber hinaus auf die Web-Seite des
Instituts (www.sicilianrenaissance.info).
Zusätzlich zu oben Genanntem wurde die
sizilianische Erfahrung diesbezüglich von Vertretern des
Instituts, die an verschiedenen Symposien, Seminaren und
internationalen Treffen auf hoher Ebene teilnahmen, erläutert.
Dabei sind u.a. folgende Veranstaltungen zu erwähnen:
der 10. Kongress der Vereinten Nationen zum Thema der
Verbrechensprävention, der im April 2000 in Wien stattfand;
das alle zwei Jahre stattfindende Treffen des
amerikanischen Lehrerverbands, das im Juli 2000 in Philadelphia
veranstaltet wurde und in dessen Verlauf dem Präsidenten des
Instituts, Herrn Prof. Leoluca Orlando, der Menschenrechtspreis
„Bayard Rustin“ verliehen wurde;
das „Executive Leadership“ – Seminar
der Georgetown University zum Thema: „Strategic Approaches to
Transnational Crime and Civil Society“, das im Juli 2000 in
Washington abgehalten wurde;
das „International Leaders Forum“ des
National Democratic Institute der Vereinigten Staaten, das im August
2000 in Los Angeles stattfand;
die nationale Konferenz zum Thema der „Errichtung
von intakten Gemeinschaften in der Übergangszeit Mexikos“,
veranstaltet in Mexiko City , im Januar 2001;
die Versammlung der „Young President’s
Organization International, die im Juni 2001 in Venedig stattfand;
das Seminar über „Die bürgerliche
Gesellschaft gegen Kriminalität und Korruption“, gefördert
vom Parlament der Republik Georgien und abgehalten in Tiflis, im
Oktober 2001;
die 8.Veranstaltung der „Recontres Internationales
du Mémorial pour la Prévention des Conflits“, zum
Thema „Trafics at mafias: les Etats impuissant?“,
abgehalten im Oktober 2001 im französischen Caen;
die Zeremonie, die zur Verleihung des Puschkin-Preises
an den Präsidenten des Instituts in St. Petersburg (Russland) im
Oktober 2001 stattfand;
das Symposium zum Thema: „Fostering a Culture of
Lawfulness on the Island of Ireland“, abgehalten im
schottischen Gleneagles im November 2001;
die Konferenz der Fachleute der Vereinten Nationen zum
Thema der Verbrechensprävention die im Januar 2002 in Vancouver,
Kanada stattfand;
Reihe von Konferenzen und Seminaren zum Thema der
"Kultur der Legalität: das sizilianische Muster", die
von deutschen Universitäten organisiert wurde, im Februar 2002;
die Konferenz: "Europa: ein Mittel gegen die
Mafia", die im März 2002 in Antibes, Frankreich stattfand;
die Gedächtnisfeier zu den Ereignissen vom 11
September, die von der Columbia Universität am 11-12 März
2002 veranstaltet wurde;
die internationale Konferenz zum Thema der : "Sichere
Städte: eine Aufgabe für alle", von dem kulturelle
Institut "Ludwig von Mises" in Mexiko City veranstaltet
wurde, im März 2002;
die europäische-asiatische-americanische Konferenz
zum Thema der Verbrechensprävention und Terrorismus, die von der
Zeitschrift Limes in Rom organisiert wurde, im Mai 2002.
Was
zu Beginn nur eine Intuition war, ist heute offiziell vom Economic
and Social Council der Vereinten Nationen sanktioniert worden, der in
seinem letzten Richtlinienpapier zur Verbrechensverhütung die
Kultur der Legalität – mit ausdrücklicher Bezugnahme
auf die Palermitaner Erfahrung – als eines der Instrumente
erwähnt, die auf weltweiter Ebene angewandt werden sollen.
Unsere
Vorgehensweise ist zugleich einfach und innovativ; sie basiert auf
der “einfachen” Mitteilung einer Erfahrung ohne direktes
Eingreifen in den interessierten Ländern: In bilateralem
Austausch
lernen Sozialarbeiter, Journalisten, Lehrer und Vertreter religiöser
Institutionen die bereits in Palermo gemachten Erfahrungen kennen,
die sie in der Folge daraufhin untersuchen, wie sie im eigenen Land,
ganz unabhängig von uns, zur Anwendung gelangen könnten.
Die
Entsendung unserer Abordnungen oder die Präsenz ausländischer
Delegationen in Palermo und Sizilien, die Erstellung von
Publikationen, Debatten und Seminaren sind die Instrumente zur
Bekanntmachung dessen, was wir in
Palermo
erreicht haben. Es sind Momente des Vergleichs, der Anregung und der
gegenseitigen Bereicherung, wobei die Achtung vor der anderen Kultur,
vor den anderen Richtwerten immer im Vordergrund steht.
Ebenso
brachten Vertreter des Instituts die sizilianische Erfahrung auf dem
Gebiet der Erziehung zur Legalität zahlreichen ausländischen
Persönlichkeiten höchsten Ranges näher, die in
offiziellen Delegationen oder Arbeitsgruppen nach Palermo kamen
(Regierungsvertreter, Politiker, Pädagogen, Professionisten,
Wirtschaftsfachleute, Journalisten etc.).
Das Institut organisierte darüber hinaus in
Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung von Palermo folgende
Veranstaltungen, die darauf ausgerichtet waren, in besonders
gefährdeten Ländern das Ergreifen von Initiativen gegen die
Kriminalität seitens der Bürger anzuregen:
ein
fünf Tage dauerndes Seminar zum Thema „Die Behandlung
der Kultur im Kampf gegen Verbrechen und Korruption“,
abgehalten im Mai 2000 in Palermo für eine Delegation der
Republik Georgien;
ein
drei Tage dauerndes internationales Symposium über „Die
Rolle der bürgerlichen Gesellschaft im Kampf gegen die
Organisierte Kriminalität: globale Implikationen der
Renaissance von Palermo“, abgehalten im Dezember 2000 in
Palermo, als offizieller Programmbestandteil der Konferenz der
Vereinten Nationen zur Unterzeichnung der Konvention gegen die
transnationale Organisierte Kriminalität. Dabei wurden nicht
nur von den Leitern der sizilianischen Erneuerungsbewegung und vom
Vize-Generalsekretär der Vereinten Nationen erschöpfende
Vorträge zu dem Thema gehalten, sondern auch von angesehenen
Vertretern von Ländern wie Hongkong, Botswana, Georgien, Mexiko
und den Vereinigten Staaten;
ein
fünf Tage dauerndes Seminar über „Die Kultur im
Kampf gegen die Kriminalität“, abgehalten in Palermo im
September 2001 für eine offizielle Delegation Mexikos.
Insbesondere möchte
ich auf die recht intensiv betriebenen Projekte in verschiedenen
Städten Mexikos hinweisen: Seit einiger Zeit orientiert sich die
mexikanische Regierung dahingehend, die Erziehung zur Legalität
an allen Grundschulen des Landes als Pflichtfach einzuführen,
mit Bezug gerade auf die Palermitaner Erfahrung.
Weiterhin
wurde, in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung von Palermo, der
Bericht des oben genannten internationalen Symposiums zur Rolle der
bürgerlichen Gesellschaft im Kampf gegen Organisierte
Kriminalität in drei Editionen zu je 60 Seiten (in Italienisch,
Englisch und Spanisch) herausgegeben, wobei jede Edition in 3000
Kopien erschien.
Das Institut leitete schließlich eine Reihe von
Aktionen, die darauf ausgerichtet waren, die bürgerliche
Erneuerung in weiteren Zonen Siziliens zu unterstützen, und trug
dazu bei, dass sich im Januar 2000 in Palermo ein Treffen der
Vertreter der italienischen zivilen Gesellschaft realisieren ließ,
das darauf abzielte, die Aufmerksamkeit und den kulturellen Kontrast
hinsichtlich der Organisierten Kriminalität hoch zu halten.
Für den
Verlauf des Jahres 2005 beabsichtigt das Institut in erster Linie,
seine Aktivitäten zur Förderung einer Legalitätskultur
auf dem gesamten Gebiet der Insel zu intensivieren und weiterhin die
Inhalte und die effektiven Resultate der Initiativen, die
diesbezüglich angelaufen sind oder ex novo in Angriff genommen
werden, weltweit mit Hilfe von Publikationen, audio-visuellem
Material und anderen Informationsmitteln zu verbreiten.
Das Institut plant außerdem eine Reihe von Treffen
zum pädagogischen Austausch (entweder in Form von Seminaren, die
in Sizilien abgehalten werden, oder in Form von Konferenzen im
Ausland, an denen Vertreter der lokalen bürgerlichen
Gesellschaft teilnehmen) mit Ländern, die im eigenen Land ein
besonderes Interesse dafür zeigen, der Kultur eine Rolle im
Kampf gegen Organisierte Kriminalität und Korruption zukommen zu
lassen, wie es z.B. bei Peru, Nigeria, El Salvador, Mexiko, Vietnam,
Marokko, Algerien, Tunesien und Albanien der Fall ist.
Schließlich
plant das Institut, seine eigenen Aktivitäten der Zusammenarbeit
mit Regierungsorganen und unabhängigen Verbänden anderer
Staaten v.a. im europäischen Raum auszudehnen, um konzertierte
Initiativen zu ergreifen, die darauf ausgerichtet sind, auf
internationaler Ebene Werte wie Legalität und Gemeinsinn unter
Einhaltung demokratischer Prinzipien zu verbreiten.